Wie ein Jobcoaching bei bestehender Behinderung helfen kann

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Auch Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf berufliche Entfaltung und ein selbstbestimmtes Leben. Ein Jobcoaching kann dabei behilflich sein und sogar den Weg zum Traumjob ebnen.

Eine Arbeit, von welcher man leben kann und die dazu auch noch Spaß macht, bedeutet Freiheit und Selbstbestimmung. Manchmal sind es nur kleine Hindernisse, die Menschen von diesen Zielen trennen. An der Stelle setzt das Jobcoaching an. Das Jobcoaching kann eine Chance sein, um aus der Behindertenwerkstatt in die normalen Arbeitswelt Einzug zu finden. Sie können damit sogar den Traumjob bekommen, den Sie schon immer haben wollten. Es lohnt sich, diese Sache näher zu betrachten.

Was ist Jobcoaching?

Der Ansatz des Jobcoachings entstand Ende der 70er Jahre im angloamerikanischen Raum. Das Konzept umfasst:

  • Hilfestellung bei der Suche nach einer Arbeit, einem Praktikum oder einer Ausbildungsstelle
  • Begleitung der beeinträchtigten Person durch den Jobcoach während der Arbeit
  • Anpassung des Arbeitsumfeldes an die Bedürfnisse der behinderten Person, zusammen mit ihrem Arbeitgeber 

Das ist lediglich eine grobe Einteilung. Natürlich verläuft jedes Jobcoaching individuell. Es richtet sich nach der zu betreuenden Person, ihren Wünschen und Bedürfnissen, ihren Fähigkeiten, ihrer Qualifikation, ihrer Erkrankung und den jeweiligen Anforderung der Arbeitsstelle. Beim Jobcoaching müssen beide Seiten lernen und einen Beitrag leisten: die Menschen mit Behinderung und ihre Arbeitgeber. Somit handelt es sich um die methodisch fundierte Unterstützung der Inklusion behinderter Menschen in den Betriebsalltag, durch die Unterstützung notwendiger individueller sowie betrieblicher Lernprozesse. Das Ziel des Jobcoachings besteht darin ein Arbeitsverhältnis zu realisieren, von dem alle Beteiligten profitieren.

 

Die Hürden zwischen Mensch und Job verschwinden

Auf dem ersten Arbeitsmarkt sind die Chancen behinderter Menschen auf einen angemessenen Arbeitsplatz sehr unterschiedlich. Bei einigen kollidiert die Behinderung nicht mit den Anforderungen des Arbeitslebens. Andere hingegen, sind hoch qualifiziert und begabt, kommen aber mit den Arbeitsabläufen nicht klar. Bei wiederum anderen bedarf es einer betrieblichen Einzellösung.

Für alle problematischen Fälle empfiehlt sich das Jobcoaching. Die betreffenden Arbeitnehmer oder Bewerber können sehr davon profitieren. Sie werden schnell feststellen, dass die Hürden, die sie von ihrem Traumjob trennen, ganz leicht zu bewältigen sind.

 

Ablauf des Jobcoachings

Beim Jobcoaching ermittelt der Coach, als erstes, gemeinsam mit Ihnen, welche Stelle für Sie in Frage kommt. Oder besser gesagt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Sie Ihren Traumjob bekommen.
Falls Sie sich schon in einem Arbeitsverhältnis befinden und die Kündigung droht, etwa weil Sie keine Berichte abgeliefert haben, Zeiten nicht einhalten konnten oder andere Vorgaben übersehen haben, hilft Ihnen der Jobcoach, besser in der Arbeitswelt zurecht zu kommen. Auf diese Weise kann Ihr Arbeitsplatz gerettet werden. Hierfür nimmt der Coach unmittelbar an ihrem Arbeitsalltag teil und schaut, wo ihre Schwächen und Stärken liegen. Anschließend geht es daran, die Arbeitsabläufe zu optimieren. Erst wenn Sie selbst Routine entwickelt haben und sich in Ihrem Job sicher fühlen, lässt der Coach sie allein agieren. Diese Phasen werden immer weiter ausgedehnt, bis Sie keine Hilfestellung mehr nötig haben.

Handelt es sich hingegen um eine Neueinstellung in einen Betrieb, können Neuorganisationen des Arbeitsalltages und Umstellungen des Arbeitsumfeldes notwendig sein. Diese bespricht der Jobcoach mit ihrem künftigen Arbeitnehmer. Der Aufwand lohnt sich aber nur, wenn der Chef sie übernehmen möchte und auch, wenn Ihnen die Stelle zusagt und Sie sich dort integrieren können. Dass heißt, wenn sie die Arbeitskleidung tragen, die Aufgaben sorgfältig erfüllen, lernfähig sind, im Team arbeiten können, sich mit den Kollegen verständigen usw. Hierbei wird der Jobcoach sie in der ersten Zeit begleiten. Auch die anderen Mitarbeiter müssen sich anpassen, mögliche Vorurteile über Bord werfen, Berührungsängste abbauen usw.

Einige Menschen mit Behinderung, gerade wen es sich um psychische Behinderungen handelt, haben im Umgang mit anderen Menschen Blockaden. Es ist Aufgabe des Jobcoaches, diese zu erkennen und gemeinsam mit der zu betreuenden Person aufzulösen.

Oftmals sind behinderte Personen von der Vielzahl von Eindrücken auf der Arbeit überfordert. Der Jobcoach ist dann gefragt, die wichtigen Details herauszufinden und so die Arbeitsabläufe auf das Wesentliche zu reduzieren.

 

Vier Schritte des Jobcoachings

Das Coaching behinderter Menschen für den Job wird in vier Phasen eingeteilt:

1. Klärungs- und Planungsphase:

Hier wird geklärt, welcher Job in Frage kommt und was dafür notwendig ist. Haben die betreffenden schon eine Stelle, beraten sie, gemeinsam mit der Schwerbehindertenvertretung, dem Arbeitgeber und dem Betriebs- oder Personalrat über die Herausforderungen und die Ziele.

 

2. Selbstintegration:

Die behinderte Person tritt ihre Stelle an und wird dabei von dem Coach begleitet.

 

3. Interventionsphase:

In dieser Phase, auch Veränderungsphase genannt, trainiert der Jobcoach mit der behinderten Person die Passagen, bei welcher sie besondere Schwierigkeiten aufweist.

 

4. Stabilisierungsphase:

In der Stabilisierungsphase angelangt, zieht sich der Jobcoach zunehmend zurück, da die ihm anvertraute Person bereits genügend Erfahrung und Sicherheit mitbringt, um den Job alleine zu bewältigen.

 

Jobcoaching beantragen – wie und wo?

Das Jobcoaching ist nicht bundesweit einheitlich geregelt. Wenn Sie ein Jobcoaching wünschen, dann wenden Sie sich zuerst an das Integrationsamt in ihrer Nähe. Dieses regelt alles weitere und bringt Sie mit den zuständigen Stellen in Verbindung.

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