Umschulung für behinderte Menschen

Behinderungen, vor allem plötzlich auftretende Fälle, können das Arbeitsleben der Betroffenen schwer beeinträchtigen. In manchen Fällen müssen die Betroffenen eine Umschulung durchführen, um einer drohenden bzw. bestehenden Arbeitslosigkeit zu entkommen. Durch Umschulungen erhalten Personen mit einer Beeinträchtigung die Chance, ein neues Berufsfeld zu erkunden, welches auf ihre körperlichen wie geistigen Fähigkeiten zugeschnitten ist, und weiterhin arbeitstechnisch tätig zu sein.

Die Umschulungsmaßnahmen für Personen mit einem Handicap fallen vielseitig aus, wodurch Betroffene jederzeit einen passenden Umschulungsbereich finden können.

 

Zahlreiche Umschulungsmöglichkeiten für betroffene Personen

Personen mit einer bestehenden bzw. plötzlich auftretenden Beeinträchtigung besitzen zahlreiche Möglichkeiten für eine Umschulung, insofern sie ihre bisherige Tätigkeit aufgrund ihres Handicaps nicht mehr länger ausüben können. Eine Umschulung bedeutet für viele Betroffene häufig nicht nur einen Neuanfang im Berufsleben, sondern ebenfalls eine große psychische Entlastung. Die tatsächlich möglichen Umschulungsberufe hängen von der Art und Schwere der Beeinträchtigung ab. Ein Fachgespräch mit einem Berater der Arbeitsagentur bietet die Chance, mögliche Umschulungsbereiche bzw. -berufe zu erfahren, welche auch mit der vorhandenen Beeinträchtigung ausgeübt werden können. Können die Betroffenen aufgrund ihrer Behinderung weiterhin keinen normalen Beruf nachgehen, erhalten sie zugleich die Möglichkeit von Sonderausbildungsberufen.

 

Finanzierung der Umschulung von beeinträchtigten Personen

Der Großteil der Menschen, welche eine Umschulung aufgrund ihrer Beeinträchtigung durchführen muss, kann die Umschulungskosten nicht alleine tragen. Hier treten verschiedene Finanzierungsmaßnahmen in Kraft. Verursacht die vorhandene Beeinträchtigung eine Arbeitslosigkeit oder droht diese, ermöglicht die Agentur für Arbeit eine Förderung. Voraussetzung für diese Förderung sind gute Chancen, dass die Umschulung einen erneuten Einstieg in das Arbeitsleben ermöglicht.

Die Betroffenen müssen trotz Behinderung in der Lage sein, den entsprechenden Beruf auszuüben. Zugleich muss die aktuelle Arbeitsmarktsituation im ausgewählten Umschulungsberuf positiv sein. Verursachte eine Berufskrankheit oder ein Arbeitsunfall die Beeinträchtigung, kann auch die Berufsgenossenschaft die Finanzierung der Umschulung übernehmen. Zahlen Betroffene für einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren in die Rentenversicherung ein oder sind sie Bezieher der Erwerbsminderungsrente aufgrund ihrer Behinderung, können sie zugleich einen Antrag bei der Rentenversicherung bezüglich Förderung stellen.

 

Umschulung via Fernstudium

Alternativ zur betrieblichen Umschulung bietet sich für Personen mit einer Beeinträchtigung eine Umschulung via Fernstudium an. Je nach Beeinträchtigung kann der Besuch des Ausbildungsortes äußerst schwer ausfallen. Mit einem Fernstudium müssen maximal Präsenzphasen aktiv besucht werden, da der Unterricht und die Lerneinheiten zuhause stattfinden. Mit einem Fernstudium entgehen Betroffene der Belastung durch eine Umschulung oder mindern diese zumindest deutlich. Versicherungen und Arbeitsämter können ebenfalls Umschulungen durch ein Fernstudium finanzieren, da die Einrichtungen häufig mit Bildungseinrichtungen mit einem Zugang zu Fernstudiengängen zusammenarbeiten.

 

Berufliche Umschulunten durch Rehabilitationen von Menschen mit Beeinträchtigung

Generell besteht für jeden beeinträchtigen Menschen ein Leistungsanspruch für soziale, berufliche sowie medizinische Rehabilitation. Diese Personen besitzen zugleich ein Anrecht auf Leistungen zur Teilhabe am aktiven Arbeitsleben sowie eine Integration in einem Berufsalltag, welcher ihren Fähigkeiten angepasst wurde. Um diese Personengruppe zu fördern und integrieren, existieren in Deutschland zahlreiche Förderungsmaßnahmen und Programme. Diese zielen auf Personen mit einer vorhandenen Beeinträchtigung sowie jenen mit einer drohenden Beeinträchtigung ab. Ziel der Fördermaßnahmen ist eine weiterhin bestehende Teilnahme am Arbeitsleben. Die berufliche Rehabilitation sowie Integration von Menschen mit einem Handicap wird gesetzlich durch spezielle Leistungen gefördert:

  • Menschen mit einer Schwerbehinderung bzw. einem Grad der Behinderung von mindestens 50 erhalten einen besonderen Kündigungsschutz.
  • Ebenfalls gilt in Ausnahmefällen ein besonderer Kündigungsschutz für Personen mit einem Behindertengrad von mindestens 30 

Während schwerbehinderte Menschen, also jene Menschen mit einem Behindertengrad von über 50, generellen Anspruch auf den besonderen Kündigungsschutz besitzen, müssen Personen mit einem Behindertengrad von mindestens 30 spezielle Anforderungen erfüllen. Die sogenannten „Gleichgestellten“ müssen bei der Agentur für Arbeit einen Antrag stellen, um den besonderen Kündigungsschutz zu erhalten.

Förderungsmaßnahmen im Rahmen einer Rehabilitation

Umschulungen und Förderungen helfen Betroffenen von Beeinträchtigungen, wenn sie ihren bisherigen Beruf nicht mehr weiter ausüben können. Ist der Grad der Beeinträchtigung jedoch äußerst hoch, sodass der Betroffene nicht via Förderung oder Umschulung in das Arbeitsleben integriert werden kann, erhalten diese Personen die Möglichkeit einer Tätigkeit in einer Werkstätte für Behinderte. Diese Tätigkeit wird im Gesetz zur Einführung der Unterstützten Beschäftigung (UB) geregelt.

 

Leistungsträger für Personen bei einer beruflichen Rehabilitation aufgrund einer Beeinträchtigung

Gleich wie bei einer normalen Umschulung von Personen mit einem Handicap lässt sich die berufliche Rehabilitation durch staatliche und private Institutionen fördern. Zunächst ermöglicht die Agentur für Arbeit eine individuelle Förderung. Auch bieten Rentenversicherungen Fördermaßnahmen für infrage kommende Personen an. Neben Trägern der gesetzlichen Unfallversicherungen wie etwa Berufsgenossenschaften können auch Träger der sozialen Entschädigung, beispielsweise Versorgungsämter, sowie Träger der öffentlichen Sozial- und Jugendhilfen, zum Beispiel Sozial- und Jugendämter, die Umschulung fordern. Auch Integrationsämter und Berufsförderungswerke helfen Menschen mit Beeinträchtigungen beim Einstieg bzw. Wiedereinstieg in das Berufsleben im Rahmen einer beruflichen Rehabilitation.

Die Integrationsämter sorgen zusätzlich dafür, dass schwerbehinderte Menschen wieder in das Arbeitsleben integriert werden können. Die Integrationsämter jedoch sind selbst keine Rehabilitationsträger. Vielmehr bieten sie ergänzende Leistungen an, welche die Leistungen der eigentlichen Leistungsträger erweitern sollen. Zu diesen Leistungen zählen die Hilfe bei der Eingliederung von schwerbehinderten Menschen in das Berufsleben sowie die Einrichtung von behindertengerechten Arbeitsplätzen, die Durchsetzung des speziellen Kündigungsschutzes von Schwerbehinderten und die Erhebung und Verwendung der Ausgleichsabgabe.

Als Unterorganisation der Integrationsämter existieren die sogenannten Integrationsfachdienste. Die speziellen Einrichtungen übernehmen die Aufgabe von Integrationsämtern und anderen Rehabilitationsträgern, sodass sie Menschen mit einer Beeinträchtigung den Widereinstieg ins Berufsleben ermöglichen und sie hierbei unterstützen. Auch die damit verbundenen Probleme, wie etwa die Vermittlung von Arbeitsplätzen oder die Bereuung während der Ausbildung, zählt zum Aufgabengebiet der Integrationsfachdienste.

 

Leistungen zur beruflichen Rehabilitation

Die berufliche Rehabilitation erbringt zunächst Leistungen an den Arbeitgeber, indem er Zuschüsse für Personen mit Beeinträchtigungen erhält. Auch treten Leistungen in Kraft, welche der Erhaltung eines neuen oder des bisherigen Arbeitsplatzes dienen. Zudem übernehmen die beruflichen Rehabilitationen Maßnahmen zur beruflichen Ausbildung, Umschulung, Fortbildung oder Anpassung sowie zur Berufsvorbereitung. Dies schließt auch eine erforderliche Grundausbildung mitein. Zugleich finanzieren die zuständigen Institute die Beratung sowie psychologische und sozialpädagogische Betreuung. Auch wird die Arbeits- und Berufsförderung von beeinträchtigten Menschen in einer Werkstatt ermöglicht. Können Beeinträchtigte Personen ein Kraftfahrzeug bedienen, wird dies durch die Institute der beruflichen Rehabilitation im Rahmen einer Fahrzeughilfe geboten.

Eine ausführliche Beratung zu Umschulungen für Personen mit Beeinträchtigung bietet der Ratgeber zu Umschulungen. Speziell auf die Aufgabengebiete der beruflichen Rehabilitation hingegen geht die Website reha-patient.de ein.