Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Behinderung: So funktioniert´s

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Die eigene Arbeitskraft abzusichern, ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Allerdings gestaltet sich das äußerst problematisch, wenn die Versicherungsnehmer behindert oder gar schwerbehindert sind. Wie man dennoch zu einem effektiven Berufsschutz kommt, erfahren Sie hier.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten Absicherungen. Sie schützt Arbeitnehmer und Selbstständige vor dem finanziellen Ruin, der unweigerlich droht, sobald sie ihrem Qualifikationsberuf nicht mehr nachgehen können. Für behinderte Menschen ist ein umfassender Versicherungsschutz ebenfalls sehr wichtig. Und auch sie möchten ihre Arbeitskraft versichern. Das ist oftmals aber gar nicht so einfach. Versicherer wollen nämlich nur junge, gesunde Kunden. Eben Kunden, bei welchen der Versicherungsfall mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eintreten wird. Das heißt, zahlende Kunden, die aber kaum oder gar keine Leistungen in Anspruch nehmen. Diese bekommen auch günstige Policen. Und genau dafür gibt es die Gesundheitsfragen. Dabei handelt es sich um Fragen zum gesundheitlichen Zustand der Versicherungsnehmer, die als Grundlage für die Preisgestaltung dienen. In manchen schwierigen Fällen werden Menschen auch aufgrund ihrer Erkrankungen abgewiesen.

Es ist zwar gesetzlich nicht gestattet, jemanden wegen einer Erkrankung oder einer Behinderung abzulehnen, aber es ist nicht verboten, kranke und behinderte Menschen abzulehnen. Der Versicherer muss hierfür nur einen anderen Grund angeben. Folglich haben es behinderte Personen sehr schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Und wenn sie eine bekommen, so ist sie überteuert und die Konditionen sind alles andere als vorteilhaft. Das liegt nicht an der Behindertenfeindlichkeit von Versicherungen. Vielmehr hat diese Diskriminierung wirtschaftliche Gründe. Versicherer wollen sich das höhere Risiko ordentlich bezahlen lassen, oder aber, sich erst gar nicht damit befassen.

 

Der Grad der Behinderung ist keine Berufsunfähigkeit

Infolge mehrerer Gerichtsurteile darf der Grad der Behinderung nicht mehr als Berufsunfähigkeit gewertet werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Berufsunfähigkeitsversicherung: Dort gilt jemand mit einem Behinderungsgrad von 70 Prozent nicht mehr als 70 Prozent berufsunfähig. Somit wird jeder Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung einzeln geprüft.

Die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten

An den Gesundheitsfragen kommt allerdings niemand vorbei. Es empfiehlt sich dringend, sie wahrheitsgemäß zu beantworten. Auch wenn es aufgrund der Diskriminierung naheliegend erscheint, zu schummeln und Krankheiten zu verschweigen oder zu verharmlosen. Tritt etwa ein Versicherungsfall aufgrund der verschwiegenen Erkrankung auf, erhalten die betreffenden Versicherten bestenfalls keine Berufsunfähigkeitsrente, sprich sie gehen leer aus. Schlimmstenfalls fliegen sie aus dem Vertrag und die ganzen, bis dato eingezahlten Beiträge sind dahin. Dazu ist die Versicherungsgesellschaft nämlich berechtigt.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Behinderung – nur bedingt, aber immerhin möglich

Trotz gesetzlicher Neuerungen zugunsten behinderter Menschen, was den Berufsschutz anbelangt, ist es für die betreffenden nahezu unmöglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Hierfür existiert im Prinzip nur eine Option: Sie müssen die Erkrankung, die später zu einer Behinderung führt, oder bereits geführt hat, außen vor lassen. Das heißt, diese Erkrankung ist nicht Gegenstand der Absicherung. Hat zum Beispiel eine Person Multiple Sklerose (MS), so erhält sie keine Berufsunfähigkeitsrente und auch keine Einmalzahlung, sobald sie aufgrund dieser Erkrankung ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Sie kann allerdings sämtliche anderen Risiken absichern. Sollte sie etwas aufgrund eines Unfalls, der nichts mit der MS zu tun hat, berufsunfähig werden, muss die Versicherung in Leistung treten.

 

Berufsschutz für Menschen mit Handicap – Angebote vergleichen

Wenn behinderte Personen überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten, dann eine restriktive teure. Sie können aber dennoch Geld sparen, indem sie die Offerten verschiedener Anbieter vergleichen. Bleiben Sie nicht bei dem erstbesten Versicherer, der bereit ist Ihnen einen Vertrag auszuhändigen. Der Markt ist riesig, es lohnt sich etwas mehr Zeit zu investieren und zumindest eine Police zu moderaten Konditionen ausfindig zu machen.

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