7 Top-Tipps für die Jobsuche mit Behinderung

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Arbeit sichert den Lebensunterhalt und schafft Freiräume. Sie gestattet den Arbeitenden ein selbstbestimmtes Leben. Das steht auch Menschen mit Behinderung zu. Allerdings haben sie es auf dem Arbeitsmarkt sehr schwer. Mit den hier vorgestellten Top-Tipps wird es Ihnen aber gelingen, den Traumjob zu bekommen.

Private Unternehmen, ab einer Größe von 20 Mitarbeitern, sind gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent der Stellen mit behinderten Menschen zu belegen. Ansonsten müssen sie Strafe zahlen. Bei Arbeitgebern aus dem öffentlichen Sektor sind es sogar sechs Prozent der Arbeitsstellen. Dennoch kommen viele Firmen dem nicht nach. Die Inhaber haben Vorurteile und zweifeln an der Leistung behinderter oder gar schwerbehinderter Personen. Zudem fürchten sie, teure Umbauten in ihrem Betrieb vornehmen zu müssen. Diese fallen nicht immer an und wenn, werden sie gefördert, aber das wissen viele Arbeitgeber nicht. So nehmen sie eher die Strafe in Kauf, als sich eingehender mit der Thematik zu befassen und Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Jährlich bleiben mehr als 200.000 Stellen unbesetzt, die für Personen mit Behinderung vorgesehen waren. Folglich ist es sehr schwer, mit Behinderung eine adäquate Arbeitsstelle zu finden. Aber es ist nicht unmöglich. Nehmen Sie die Herausforderung an, Sie haben nichts zu verlieren!

Die Behinderung im Anschreiben erwähnen?

Das ist stets eine zentrale Frage bei schriftlichen Bewerbungen. Die klare Antwort lautet „Jein“. Gesetzlich sind Menschen mit Behinderung nicht dazu verpflichtet, ihren gesundheitlichen Zustand offen zu legen. Es obliegt also ihnen selbst und ist situationsbedingt. Viele fürchten, solch eine Erwähnung könnte sie geradewegs ins Aus katapultieren. Angesichts der oftmals vorherrschenden Ressentiments, kein abwegiger Gedanke. Auf der anderen Seite könnten die Bewerber auf einen Chef treffen, der nur darauf wartet, die Stellen, die für gehandicapte Personen vorgesehen sind, zu belegen. Da muss er keine Ausgleichszahlung leisten und das Image des Unternehmens steigt. Somit könnten die betreffenden Bewerber sogar vorgezogen werden.

Es ist allerdings angebracht, den Gesundheitszustand zu thematisieren, wenn er die Beeinträchtigung der auszuführenden Tätigkeit mit sich bringt. Dann sollte auch der Arbeitgeber wissen, worauf er sich einlässt.
Ebenfalls sehr empfohlen, ist die Erwähnung bei Stellen im öffentlichen Dienst. Behörden müssen, laut Gesetz, alle behinderten Bewerber, die die fachliche Kompetenz für die entsprechende Stelle mitbringen, zum Vorstellungsgespräch einladen. Das gilt für Bewerber mit Schwerbehinderung ab einem Grad von 50 Prozent sowie für gleichgestellte schwerbehinderte Bewerber mit einem Grad der Behinderung von 30 Prozent.
Umstritten ist die Erwähnung hingegen bei offensichtlichen Behinderungen. Eine Nichterwähnung könnte die künftigen Arbeitgeber vor den Kopf stoßen. Das ist aber deren Problem. Dann müssen sie sich eben damit arrangieren und können der Situation nicht mehr entkommen, indem sie die betreffenden Bewerber vorab ausladen. Allerdings könnte es da passieren, dass der Treffpunkt gar nicht barrierefrei zugänglich ist.

7 Top-Tipps für Bewerber mit Behinderung

Nachdem wir nun die Thematiken rund um die Bewerbung mit Behinderung abgehakt haben, und davon ausgehen, dass Sie die Karten auf den Tisch legen wollen, kommen wir zu den versprochenen Top-Tips für die Jobsuche:

1. Als erstes gilt es zu überlegen, wo Sie sich bewerben. Hierbei empfiehlt es sich, große Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen zu wählen. Diese verfügen meistens bereits über eine barrierefreie Infrastruktur. Für kleine Firmen ist es oft schwer, das alles bereitzustellen, auch wenn der gute Wille vorhanden ist. Vervielfältigen Sie ihre Bewerbung und schicken Sie sie gleich an mehrere Stellen, die in Frage kommen.

2. Kontaktieren Sie den Gleichstellungsbeauftragten des Unternehmens oder der Behörde, bei welcher Sie sich bewerben wollen. In den meisten großen Betrieben gibt es eine Person, die sich der Anliegen von Menschen mit Behinderung annimmt. Wenn Sie sich mit ihr vor der Bewerbung in Verbindung setzen, können Sie herausfinden, ob eine Bewerbung bei der Stelle überhaupt sinnvoll ist.

3.Fügen Sie eine Kopie Ihres Behindertenausweises oder ein ärztliches Gutachten Ihrer Bewerbung bei. Der künftige Arbeitgeber kann somit nachvollziehen, bei welchen Aufgaben Sie Schwierigkeiten haben werden und wo man Sie am effektivsten einsetzen kann.

4. Beschreiben Sie Ihre Erkrankung kurz und in einfachen Worten. Sehr wahrscheinlich wird ihr neuer Chef noch nichts davon gehört haben und er versteht auch keine medizinische Fachsprache. Die Details spielen in dem Kontext ohnehin keine Rolle. Wichtig ist nur zu erwähnen, was sie tun können, was nicht, wo es Probleme gibt und was Sie benötigen (barrierefreier Zugang, Behindertentoilette, Pausen zum Insulin spritzen und essen, …).

5. Das Hauptaugenmerk Ihrer Bewerbung sollte auf Ihren Qualifikationen, Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten liegen. Dann sollten Sie noch positiv erwähnen, weswegen Sie ausgerechnet diesen Betrieb ausgewählt haben. Ihre Behinderung sollte in der Bewerbung – wie im späteren Arbeitsleben – nur eine Nebenrolle erhalten.

6. Falls Sie den Eindruck haben, wegen Ihrer Erkrankung nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden zu sein, rufen Sie in dem Betrieb an, verlangen Sie nach dem Chef und bitten Sie um eine Klärung. Oftmals sind es Missverständnisse, die zu einer Ablehnung führen. Diese lassen sich im persönlichen Gespräch aus dem Weg räumen.

7. Erwähnen Sie in Ihrer Bewerbung, was Sie, trotz Behinderung, bereits alles geleistet und erreicht haben.

Jobsuche für Personen mit Handicap – nur ein Gewinn

Sie können bei der Jobsuche nur gewinnen: Bekommen Sie eine Ablehnung, ändert das nichts an Ihrem Ist-Zustand. Werden Sie eingestellt, ändert sich sehr viel zum Positiven. Haben Sie keine Angst vor Ablehnungen. Auch Menschen ohne Behinderung schreiben heutzutage über hundert Bewerbungen, bis sie mal Glück haben. Es muss also nicht an Ihnen oder Ihrer Erkrankung liegen, wenn die ersten Versuche scheitern. Bleiben Sie einfach dran!

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